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demenz 68 / 2026 | Thema: Leben und Wohnen mit Demenz

„So lange wie möglich zu Hause bleiben“  – das ist das große Versprechen unserer Zeit. Aber was heißt das eigentlich, wenn man mit Demenz lebt? Und ist es wirklich das Beste  – oder am Ende nur eine schöne Illusion?

Das eigene Zuhause gilt als Ort der Geborgenheit. Doch für viele Menschen mit Demenz wird es irgendwann zum Labyrinth: Treppen, die zur Stolperfalle werden. Küchenherde, die zur Gefahr werden. Straßen, auf denen man sich plötzlich verirrt. Wann wird aus dem vertrauten Zuhause ein riskanter Ort?

Und welche Alternativen gibt es? Pflegeheime, Wohngemeinschaften, betreute Wohnformen  – sie alle versprechen Sicherheit. Doch zu welchem Preis? Wer einmal sein Zuhause verlassen muss, verliert nicht selten ein

Stück Identität. Und: Können Institutionen wirklich „Zuhause“ ersetzen  – oder schaffen sie am Ende nur funktionale Aufbewahrungsräume?

Auch die Politik setzt auf neue Wohnkonzepte, auf Quartiersentwicklungen, Smarthomes, Sensoren und digitale Überwachung. Klingt modern, klingt sicher. Aber: Wird das Leben damit tatsächlich menschlicher? Oder verwandeln wir Wohnen in ein technisches Kontrollsystem, in dem Selbstbestimmung und Nähe auf der Strecke bleiben? Fest steht: Wohnen mit Demenz wird in den kommenden Jahren zu einer gesellschaftlichen Überlebensfrage. Nicht nur wegen der Betroffenen, sondern auch wegen der Angehörigen, die zwischen Fürsorge, Überlastung und Ohnmacht aufgerieben werden. Und wegen einer Gesellschaft, die sich fragen muss: Wollen wir wirklich, dass Menschen mit Demenz bis zuletzt „zu Hause“ sind  – egal, wie dieses Zuhause aussieht?

Wir nehmen in der kommenden Ausgabe von Demenz.DAS MAGAZIN kein

Blatt vor den Mund. Wir wollen diskutieren, streiten, fragen: Was bedeutet

Wohnen mit Demenz – heute und in Zukunft?

Erscheinungsdatum: 28.02.2026