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Peter Wißmann und Michael Ganß
Geschäftsführende Herausgeber
EDITORIAL
Liebe Leserinnen und Leser,
viele Menschen werden schon einmal das Gefühl erlebt haben, sich in einer un-
bekannten Umgebung oder unter anderen Menschen fremd zu fühlen. Meistens
hält dieses Gefühl aber nur kurz an, weil ein Ortswechsel oder die wachsende
Nähe zu anfangs fremden Menschen Nähe und Vertrautheit entstehen lassen.
Das Fremdsein löst sich in der Regel auf.
Wie es mit Gefühlen des Fremdseins im Falle einer Demenz ist, das wollen
wir uns in dieser Ausgabe von
demenz
.
DAS MAGAZIN
einmal anschauen und dabei
wieder ganz unterschiedliche Perspektiven einnehmen.
„Werde ich zu einem Fremden, völlig anders als all die anderen Menschen um
mich herum, weil ich Alzheimer habe?“, hat sich Richard Taylor gefragt. Diese
Frage muss er nicht theoretisch beantworten, denn Richard lebt seit vielen Jahren
mit Alzheimer. Auch andere Demenzbetroffene nehmen Stellung zum Thema.
Aus anderen Ländern kommen Menschen als Pflegekräfte zu uns, um hier
alte und demenziell veränderte Personen zu betreuen. Funktioniert das? Wer
bleibt hier wem eventuell fremd – oder wird miteinander vertraut? Und was
bedeutete es für ausländische Personen, in einem fremden Land alte Menschen
zu betreuen? Diesen Fragen geht Gudrun Piechotta-Henze nach.
Es gibt ja auch die umgekehrte Entwicklungsrichtung: Nicht Pflegekräfte
kommen zu uns, sondern Demenzbetroffene gehen ins Ausland, um dort zu leben
und betreut zu werden. Wir haben uns in Polen und in Thailand umgeschaut,
wie das aussehen kann und welche Rolle hier das Fremdsein spielt.
China ist ebenfalls ein Land, das im Zusammenhang mit der Gewinnung von
Pflegekräften immer stärker ins Rampenlicht rückt. Alfred Hoffmann hat dort
Einblicke gewinnen können und lässt uns daran teilhaben.
Doch wieder zurück nach Hause: Brisanz kann das Thema Fremdsein in Bezie-
hungen oder auch im Verhältnis von Kindern zu einem Elternteil bergen, wenn
eine Demenz ins Leben tritt. In
demenz
.
Leben
äußern sich hierzu Angehörige
und schildern ihr Erleben.
Und dann wäre da noch das Thema Demenz bei Menschen mit Migrations-
hintergrund. Diesem Aspekt haben wir die
Bausteine.
demenz
gewidmet.
Sie ahnen, dass Sie in dieser Ausgabe des Magazins noch viel mehr als die
genannten Aspekte und Beiträge zum Thema Fremdsein finden werden. Wir
wünschen Freude und Erkenntnisgewinn beim Finden und beim Lesen.
Michael Ganß (l.), Peter Wißmann (r.)