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demenz
DAS MAGAZIN
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17 · 2013
Öffnung des Heimes nach außen
systematische Zusammenarbeit mit Senio-
renvertretung und örtlicher Alzheimerge-
sellschaft (wie etwa in Baden-Württemberg)
Gewinnung von kompetenten externen Mit-
gliedern
personelle Unterstützung des Heimbeirates
ein auch für Angehörige und Ehrenamtliche
offenstehendes Beschwerdemanagement
Einbeziehung in maßgebliche Entschei-
dungsprozesse (Personalauswahl, Umbau-
maßnahmen)
Einbeziehung in Fragen und Ergebnisse der
Qualitätssicherung
Einbindung des Heimbeirates in örtliche
Netzwerke
Schulungen für Beiräte
Einbeziehung der Mitarbeiter bei Heimbei-
ratssitzungen (Koch, Hauswirtschaft, Pflege)
in großen Einrichtungen: Heimbeirat mit
Vertretern aller Wohnbereiche
Tätigkeitsberichte an Kommune und Heim-
aufsicht
enger Kontakt der Heimaufsicht mit den
Mitwirkungsorganen
Einbindung des Heimbeirates oder Vertreter
des Gremiums in Leitungsrunden
Würdigung der Arbeit der Beiräte
Einbindung des Heimbeirates und seiner
Arbeit in ein Gesamtkonzept im Umgang mit
Partizipation und Freiwilligen-Engagement
Prof. Dr. jur.
Thomas Klie
lehrt als Professor für öf-
fentliches Recht und Verwaltungswissenschaft an der
Evangelischen Hochschule in Freiburg (Brsg.) und ist
nebenberuflich als Rechtsanwalt tätig. Er gehört dem
Herausgeberkreis von
demenz
an.
E-Mail: Klie@eh-freiburg.de
Mit Heim- und anderen Beiräten kann in klas-
sischen Heimen das versucht werden zu rea-
lisieren, was in Wohngruppen für Menschen
mit Demenz vielerorts praktiziert wird: die
systematische Einbeziehung der Mitverant-
wortungsbereitschaft der Angehörigen und
Ehrenamtlichen.
Heimbeiräte in stationären Ein-
richtungen für Demenzbetroffene
können jedoch für Angehörige,
ehemalige Angehörige und
engagierte Bürger ein interessanter
Ort der Mitgestaltung sein.
Auf diese Weise gelingt eine höhere Identifi-
kation mit dem Lebensort der Heimbewohner
und häufig auch ein stärkeres Engagement,
das für die Teilhabe und Lebensqualität der
Bewohner und Bewohnerinnen essenziell ist.
Demokratie in Altenpflegeheimen
– eine Chance für ehrenamtliches
Engagement
Demokratie ist mehr als Wahlen und gewähl-
te Gremien. Demokratie ist eine Lebensform,
eine Form des Zusammenlebens und der ge-
meinsam geteilten Erfahrung. Es geht um die
gemeinsame Wahrnehmung von Aufgaben
und Herausforderungen. Wie gestalten wir die
An- und Herausforderungen mit einem Leben
mit Demenz – auch der unserer Angehörigen
und anderer Mitbürger und Mitbürgerinnen,
wenn sie in einem Heim leben? Heimbeiräte
sind für Menschen mit schweren demenziellen
Veränderungen meist keine geeigneten Mit-
wirkungsorte. Sie gehen in ihrer Rationalität
an der inneren Wirklichkeit der Bewohner
zumeist vorbei. Sie können jedoch für Ange-
hörige, ehemalige Angehörige, engagierte
Bürger und Bürgerinnen ein interessanter
Ort der Mitgestaltung sein. Hier ergibt sich
eine Möglichkeit, die Fragen der Teilhabe und
Lebensqualität und der Wirklichkeit in Hei-
men nicht bürokratischen Kontrollinstanzen
zu überlassen und sich mit völlig unsinnigen
Noten über die Qualität der Pflege abspeisen
zu lassen. Die Menschen mit Demenz im Heim
bleiben unsere Mitbürger und Mitbürgerinnen
und wir für ihre Teilhabe und ihre Lebensqua-
lität mitverantwortlich.